Wissenswertes über die Relegation - von Harald Weidmann

In fast allen Handball-Ligen ist am vergangenen Wochenende die reguläre Saison zu Ende gegangen. Die SG Auerbach/Pegnitz allerdings muss in die Verlängerung. In zwei Partien gegen den Süd-Zehnten, die HSG Dietmannsried/Altusried, wird ermittelt, wer auch nächste Saison in der Landesliga spielt und wer in die Bezirksoberliga (BOL) absteigen muss. Der Bayerische Handballverband (BHV) hat unter der Woche die endgültigen Termine für diese Relegation festgelegt. Danach tritt die SG am 19. Mai (Sonntag) um 16:30 Uhr zunächst zuhause an, das Rückspiel findet am Samstag, den 25. Mai um 18:00 Uhr in Dietmannsried statt. Zu dieser entscheidenden Partie im Allgäu fährt dann ein Fanbus um 12:00 Uhr am Place de Laneuveville, für den man sich schon jetzt bei Peter Hackenberg oder der Firma Cermak anmelden kann.

Warum einfach, wenn es kompliziert geht? Unter diesem Motto könnte man die aktuelle Situation im deutschen Handball zusammenfassen. Zusätzlich tut sich die Frage auf: Was hat die SG Auerbach/Pegnitz mit dem HSC Bad Neustadt gemeinsam? Normalerweise sind Auf- und Abstieg in und aus den einzelnen Ligen klar geregelt. Speziell in dieser Spielzeit läuft jedoch kaum etwas wie üblich, vielmehr steht in den nächsten Wochen eine Vielzahl an Entscheidungsspielen an. Auch die SG Auerbach/Pegnitz muss in einer Relegation gegen den Zehnten der Südstaffel um den Verbleib in der Landesliga kämpfen. Warum das so ist und wie es danach weitergeht, soll hier möglichst kurz erläutert werden.

Der „normale“ Ablauf sieht vor, dass aus den beiden Landesligastaffeln je vier Teams ab- und dafür aus der BOL acht Teams aufsteigen. Gleichzeitig steigen die beiden Meister und einer der beiden Vizemeister in die Oberliga (Bayernliga) auf, während drei Vereine von dort absteigen. Dabei geht man davon aus, dass der Bayerische Meister im Austausch gegen ein anderes bayerisches Team in die 3. Liga aufsteigt. Steigt kein Verein in die Bayernliga ab, müssen auch nur zwei Mannschaften in die Landesliga und folglich nur sieben in die BOL. Der siebte Absteiger würde dann, wie im vergangenen Jahr geschehen, zwischen den Elften der beiden Staffeln ausgespielt. In diesem Jahr ist die Situation jedoch genau anders herum. Aus der 3. Liga steigen nämlich mit dem HSC 2000 Coburg und dem TV Erlangen-Bruck gleich zwei bayerische Vertreter ab, weshalb vier Teams die Bayern- und in der Folge neun die Landesliga verlassen müssen. Dieser neunte Absteiger wird in der Relegation zwischen der SG Auerbach/Pegnitz und der HSG Dietmannsried/Altusried ermittelt. So weit, so gut.

Bereits Anfang 2018 wurde nun vom Deutschen Handball Bund (DHB) beschlossen, dass die 2. Bundesliga von 20 auf 18 Teams und damit die Belastung der Spieler von 38 auf 34 Partien reduziert werden soll. Die neue Sollstärke wird erreicht, indem es statt der üblichen vier diesmal fünf Absteiger in die 3. Liga gibt. Im Gegenzug steigen nur drei der vier Drittligameister auf. Da die 3. Liga durch den erhöhten Abstieg aus der und den reduzierten Aufstieg in die 2. Bundesliga zwei Mannschaften zu viel aufweisen würde, steigen ausnahmsweise nur zehn der zwölf eigentlich aufstiegsberechtigten Mannschaften aus den Oberligen auf. Dazu wird es in einer ersten Runde sechs Begegnungen mit Hin- und Rückspielen geben, deren Sieger aufsteigen, während die sechs Verlierer in zwei Dreiergruppen (Nord und Süd) die restlichen vier Aufsteiger ausspielen werden. Die beiden Gruppenletzten werden außerdem noch untereinander eine Reihenfolge für eventuelles Nachrücken ausspielen.

Langer Rede kurzer Sinn: Der HSC Bad Neustadt als Bayerischer Meister steigt nicht automatisch in die 3. Liga auf. Sollte den Unterfranken der direkte Wiederaufstieg also nicht gelingen, müssten eine fünfte Mannschaft die Bayernliga und folglich insgesamt zehn Teams die Landesliga verlassen. Auch für den Sieger der Relegation zwischen Auerbach/Pegnitz und Dietmannsried/Altusried steht somit möglicherweise erst nach Abschluss der Drittliga-Relegation am 02. Juni endgültig fest, ob er nicht doch noch in die BOL absteigt. Alle diese Angaben gelten natürlich nur, wenn es keine Rückzüge oder Lizenzprobleme bei den höherklassigen Vereinen gibt und wenn in jeder Liga die volle Meldezahl an Aufstiegswilligen erreicht wird. Zumindest für die BOL steht fest, dass acht Teams aufsteigen wollen, wobei für den Bezirk Altbayern nicht der Meister TG Landshut II, sondern der Vize HSG Freising-Neufahrn das Ticket für die Landesliga gelöst hat.

Auch wenn die Mannen um Matthias Schnödt ihr Schicksal nur noch bedingt in eigener Hand halten, ist es am Ende dann doch einfacher, als es nach all dem oben Gesagten aussieht - und die Gemeinsamkeit mit dem HSC Bad Neustadt ist ebenfalls klar ersichtlich: Beide Teams müssen ihre Relegation erfolgreich bestreiten. Warum also so kompliziert, wenn es auch einfach geht?