Unser neuer Spartenleiter stellt sich vor

Wie bereits gemeldet, hat Paul Rupprecht sein Amt als einer der beiden Spartenleiter bei den Handballern der SG Auerbach/Pegnitz zur Verfügung gestellt. Als Nachfolger tritt ab 01. Mai Norbert Herold an seine Stelle, den wir im Folgenden näher vorstellen wollen. Das Interview wurde aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen schriftlich und telefonisch geführt.

1. Herr Herold, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Ich bin 62 Jahre alt, gebürtiger Auerbacher, verheiratet, habe zwei erwachsene Söhne und arbeite in der IT-Branche bei der DB Systel GmbH, dem IT-Dienstleister der Deutschen Bahn.

2. Ist es richtig, dass Sie nie selbst Handball gespielt haben? Woher also der Bezug zu der Sportart im Allgemeinen und zum SV 08 Auerbach und zur SG Auerbach/Pegnitz im Speziellen?
Das stimmt nicht ganz. In jungen Jahren hab ich mich mal am Handball versucht, hab es aber mangels Talent schnell wieder aufgegeben. Der eigentliche Bezug kam durch meine beiden Söhne Frank und Karsten, die zunächst in ihrer Jugend Fußball gespielt, sich dann aber für Handball entschieden haben und dem Sport bis heute treu geblieben sind. Dabei war Frank bis zur Bayerischen Meisterschaft 2012 für den SV 08 aktiv und Karsten steht bis heute noch hin und wieder für die SG auf dem Feld.

3. Sie waren als "Funktionär" im Fußball tätig. In welcher Form und in welchem Rahmen und wo sehen Sie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten beider Sportarten?
Das ist richtig. Ich war 2003 Gründungsmitglied der JFG Auerbacher Land, habe Jugendmannschaften trainiert, war Jugendleiter und habe auch für gewisse Zeit das Amt des Vorstands bekleidet. Abgesehen davon, dass man das eine mit dem Fuß, das andere mit der Hand spielt, sehe ich eher mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Alle Vereine, aber auch die verschiedenen Sparten in den Vereinen stehen vor der gleichen, großen Herausforderung und zwar der „Nachwuchsarbeit“.
Diese ist deshalb so wichtig, weil die Mannschaften im Seniorenbereich Jahr für Jahr junge Nachwuchsspieler brauchen, um den sportlichen Betrieb aufrecht halten zu können. Die Sportarten und Vereine konkurrieren heutzutage nicht nur untereinander, sondern zusätzlich mit einer nahezu unüberschaubaren Anzahl an alternativen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche.

4. Wo sehen Sie Ihre Hauptaufgaben und wo liegen Ihre persönlichen Prioritäten für die nächste Zukunft, aber auch mittelfristig?
Nachdem der Trainings- und Spielbetrieb der laufenden Saison aufgrund der Coronakrise komplett ruht und auch nicht mehr aufgenommen wird, nutze ich die Zeit, gemeinsam mit meinen vielen ehrenamtlichen Mitstreitern, die kommende Saison vorzubereiten. Neben der Mannschaftsplanung steht die Trainerplanung im Fokus. Ziel muss es sein, die Betreuung jeder Mannschaft durch ein Team aus Trainer*in, Co-Trainer*in oder Betreuer*in zu gewährleisten. Aber auch die Menschen, die neben dem Spielfeld wichtige Aufgaben wahrnehmen, wie beispielsweise allgemeine Verwaltung, Schiedsrichter, Kampfgericht, Hallenauf- und abbau, Verkauf und noch vieles mehr, gilt es personell zu verstärken.
Unsere SG Auerbach/Pegnitz steht und fällt mit dem Engagement unserer SGler*innen. Um das auch in der Zukunft für Jeden weiter „leistbar“ zu machen, müssen wir die Aufgaben auf viel mehr Schultern verteilen.
Ich denke, die derzeitige Coronakrise hat Vielen verdeutlicht, wie wichtig Vereine in unserem Alltag sind, was es bedeutet, wenn Kinder und Jugendliche nicht trainieren oder am Wochenende ein Spiel bestreiten können.
Meine Hoffnung ist, dass mit dieser Erkenntnis vielleicht allgemein wieder die Bereitschaft steigt, sich im Verein zu engagieren.
Daneben sollten wir schnellstmöglich eine „Vision“ entwickeln, wo wir uns als SG Auerbach/Pegnitz in, sagen wir, fünf Jahren sehen. Altkanzler Helmut Schmidt hatte zwar gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, ich persönlich jedoch bin überzeugt, dass eine solche “Vision“ wichtig ist, um konkrete Ziele zu formulieren und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, die gesteckten Ziele auch zu erreichen.

5. Kürzlich gab es eine Zusammenkunft bezüglich der Jugendarbeit in der SG, moderiert von Paul Rupprecht und Günther Atzenbeck. Es wurde zwar Manches angestoßen, aber nicht erst dort hat sich gezeigt, dass Vereine wie HaSpo Bayreuth, HC Sulzbach-Rosenberg und erst recht HC Erlangen und HSC 2000 Coburg weit, weit voraus sind. Droht die SG Auerbach/Pegnitz hier aus Ihrer Sicht abgehängt zu werden und wie soll oder kann diese Entwicklung aufgehalten werden?
Zunächst einmal glaube ich, dass der Vergleich SG Auerbach/Pegnitz mit HaSpo, HC Erlangen und HSC 2000 Coburg etwas hinkt. Hier sind nach meiner Meinung andere Voraussetzungen hinsichtlich Bevölkerungsstruktur, wirtschaftlichem Background, Stellenwert des Ehrenamtes und so weiter gegeben. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir von den genannten Vereinen – speziell was Nachwuchsarbeit anbelangt - lernen können. Sicherlich können wir deren Konzepte nicht Eins-zu-Eins übernehmen, aber auf unsere Verhältnisse angepasst ist die eine oder andere Idee dann doch umsetzbar.
Ich glaube auch nicht, dass wir als SG Auerbach/Pegnitz „abgehängt“ werden, vorausgesetzt wir begreifen Nachwuchsarbeit als kontinuierliche Herausforderung, der wir uns Saison für Saison immer wieder stellen müssen. Dabei denke ich von Mitgliederwerbung über optimale Betreuung der Mannschaften bis hin zu einem altersgerechten, aufeinander aufbauenden Trainingskonzept. Der Verein soll insgesamt attraktiver werden. So könnte man beispielsweise Kinder und Jugendliche durch Bilden eines Jugendausschusses in die Ausgestaltung des Vereins stärker einbinden. Ich bin überzeugt, da fallen uns bei intensiverem Nachdenken noch weitere Maßnahmen ein.